Der europäische Zuckermarkt steht aufgrund fallender Preise und einer veränderten Angebotsstruktur, insbesondere des Anstiegs zollfreier Importe aus der Ukraine, unter Druck. EU-Produzenten berichten von einer deutlichen Verschlechterung ihrer Finanzergebnisse und sind gezwungen, die Produktion zu reduzieren und Verträge mit Landwirten anzupassen.
Dies berichtet Agrarheute. Laut der Publikation spüren bereits die größten Unternehmen der Branche die Folgen der Marktveränderungen, die sowohl die Rentabilität als auch die Produktionsplanung beeinträchtigen.
Der größte Zuckerproduzent Europas, der deutsche Konzern Südzucker, verzeichnete zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 einen starken Rückgang der Finanzkennzahlen. Der operative Gewinn des Unternehmens sank auf 163 Millionen Euro, verglichen mit 350 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Besonders schwierig gestaltete sich die Lage im Zuckersegment, das den Zeitraum mit einem Nettoverlust von 177 Millionen Euro abschloss. Gleichzeitig gingen die Zuckerumsätze um 28 % auf 2,8 Milliarden Euro zurück.
Das Unternehmen erklärt die negative Entwicklung mit mehreren Faktoren: einem allgemeinen Rückgang der Zuckerpreise in Europa, sinkenden Absatzmengen und verstärktem Wettbewerb durch steigende zollfreie Importe, insbesondere aus der Ukraine.
Als Reaktion auf die verschlechterten Marktbedingungen hat Südzucker die Anbaufläche für Zuckerrüben bereits um 18 % auf 305.800 Hektar reduziert. Auch die Menge der verarbeiteten Rohstoffe ging auf 24,8 Millionen Tonnen zurück, und die Produktionsoptimierung wird fortgesetzt.
Ein weiterer wichtiger Marktteilnehmer – Pfeifer & Langen – hat eine umfassende Überprüfung seines Liefersystems eingeleitet. Das Unternehmen plant, die Rübenverarbeitung deutlich zu reduzieren und kündigt bereits Verträge mit Landwirten.
Mehr als 80 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Gesamtfläche von rund 1.200 Hektar erhalten keine neuen Verträge. Betroffen sind Landwirte, deren Flächen mehr als 100 km vom Werk in Laage entfernt liegen. Das Unternehmen begründet dies mit hohen Logistikkosten und der wirtschaftlichen Unwirtschaftlichkeit solcher Lieferungen.
Analysten prognostizieren, dass die Anbaufläche für Zuckerrüben in Deutschland im Jahr 2026 um weitere 12,6 % zurückgehen könnte, was die strukturellen Veränderungen auf dem europäischen Zuckermarkt weiter verstärken wird.
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