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  • Treibstoffkrise legt Fischerei lahm: Hälfte der niederländischen Flotte bleibt auf See
    Опубликовано: 2026-03-31 14:03:32

    Die europäische Fischereiindustrie gehörte zu den ersten Branchen, die die Folgen des drastischen Dieselpreisanstiegs im Zuge des Krieges mit dem Iran zu spüren bekamen. In den Niederlanden hat sich die Lage zugespitzt: Mindestens 50 % der Fischereiflotte liegen diese Woche in den Häfen und fahren nicht aufs Meer.

    Dies berichtete Reuters unter Berufung auf Branchenvertreter. Experten weisen darauf hin, dass es sich um ein systemisches Problem handelt, das einen erheblichen Teil des europäischen Fischmarktes betreffen könnte.

    Die Niederlande spüren die Folgen der Treibstoffpreiserhöhung aufgrund der Besonderheiten ihrer Flotte besonders stark. Das Land verfügt über eine unverhältnismäßig große Anzahl von Trawlern – etwa 7 % der gesamten Flotte solcher Schiffe in der Europäischen Union. Diese Schiffe sind am energieintensivsten, was ihren Betrieb unter den aktuellen Bedingungen wirtschaftlich unrentabel macht.

    Die in der Nordsee operierenden Trawler sind auf den Fang wertvoller Fischarten wie Flunder, Steinbutt und Glattbutt spezialisiert. Gleichzeitig verbrauchen sie erhebliche Mengen an Treibstoff. Laut dem Branchenverband VisNed blieben diese Woche 80 bis 90 Prozent dieser Schiffe aufgrund der stark gestiegenen Kosten im Hafen.

    Durk van Tuijnen, Sprecher des niederländischen Fischerverbands, erklärte, die Treibstoffkosten hätten die Rentabilität der Fischerei praktisch zunichtegemacht. Während die wöchentlichen Kosten vor dem Konflikt im Nahen Osten 12.000 bis 13.000 Euro betrugen, nähern sie sich nun 30.000 Euro. Dies entspricht in etwa den Einnahmen aus dem Fangverkauf in diesem Zeitraum, sodass nicht einmal mehr Geld für die Löhne der Besatzung übrig bleibt. Laut van Tuijnen verliert die Arbeit unter solchen Bedingungen schlichtweg ihren Sinn.

    Diese Schwierigkeiten sind nicht nur in den Niederlanden zu beobachten. Wie Daniel Vos, Geschäftsführer der europäischen Organisation Europêche, anmerkte, stehen auch andere Länder vor Problemen. Insbesondere Belgien und Großbritannien setzen aktiv ähnliche Trawler ein, und Kabeljaufangflotten in ganz Europa arbeiten bereits am Rande des Ruins oder erleiden direkte finanzielle Verluste.

    Als Reaktion auf die Krise haben große Fischereinationen wie Spanien, Italien und Frankreich begrenzte Unterstützungsmaßnahmen für die Branche eingeführt. Doch selbst diese gleichen den drastischen Kostenanstieg nicht aus: Die Treibstoffpreise sind um rund 70 % gestiegen, was einige Schiffe zwingt, im Hafen zu bleiben.

    Die Folgen der Krise sind bereits für die Verbraucher spürbar. Aufgrund der geringeren Fangmengen sinkt das Fischangebot auf dem Markt, was zu Preiserhöhungen führt. So stieg beispielsweise der Preis für Flunder bei Auktionen diese Woche von etwa 12 auf 18 Euro. Restaurants sind gezwungen, sich anzupassen – die Portionen zu verkleinern oder ganz auf Fisch zu verzichten. Branchenvertretern zufolge könnten Fischgerichte bei Fortsetzung dieses Trends bald ganz von den Speisekarten vieler Lokale verschwinden.

    agrinews.com.ua

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