Trotz sinkender Rohmilchpreise verzeichnet der globale Milchmarkt einen stetigen Preisanstieg. Die Nachfrage nach Milchprodukten bleibt hoch, und das Überangebot an Rohstoffen übt zusätzlichen Druck auf den Markt in Europa, Ozeanien und den USA aus. Dies berichtet Infoagro.
In Europa zeigt die Milchproduktion ein saisonales Wachstum und eine positive jährliche Entwicklung. Experten gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch bei niedrigen Ankaufspreisen fortsetzen wird. Gleichzeitig bleiben die Inlandsverkäufe stabil, und die Milchexporte ziehen an. Das Rohstoffüberangebot bleibt ein wesentlicher Faktor für den Preisdruck und schmälert die Einkommen der Landwirte.
Trotz aktiver Verarbeitung, die den Einkommensrückgang der Landwirte teilweise kompensiert, bleiben die Spotpreise für Milch niedrig und sinken sogar. Dies stellt Landwirte, die ihre Produktion rentabel halten wollen, vor zusätzliche Herausforderungen.
Auch in Ozeanien wächst die Milchproduktion. In Neuseeland hält der Trend zu steigenden Produktionsmengen bereits seit einigen Jahren an, während sich die australische Branche allmählich von einem langen Rückgang erholt. Im Gegensatz zu Europa profitieren die Landwirte in diesen Ländern von den gleichzeitig steigenden Preisen für Fertigprodukte und Rohstoffe.
Wichtige Marktteilnehmer, insbesondere Fonterra, haben ihre Ankaufspreisprognosen bereits angehoben. Zudem trägt der saisonale Rückgang der Milchproduktion zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage bei und unterstützt die positive Preisentwicklung.
Auch an den internationalen Börsen steigen die Preise für Milchprodukte, insbesondere für Butter und Milchpulver. In den USA nimmt die Milchproduktion stetig zu, und der Rohstoffüberschuss bei stabiler Nachfrage regt die verarbeitenden Betriebe zu Produktionsausweitungen an, in Erwartung weiterer Marktaktivität.
Der Milchmarkt befindet sich somit weiterhin im Gleichgewicht zwischen hoher Nachfrage und Rohstoffüberschuss. Trotz günstigerer Milch steigen die Preise für Fertigprodukte weiter an und spiegeln damit den globalen Trend zu steigenden Milchproduktkosten wider.
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