Die Nachfrage nach Sonnenblumenöl in China ist 2025 aufgrund steigender Preise stark zurückgegangen, wodurch sich die Importe fast halbiert haben. Dies berichtete Fang Gang, CEO von Zhejiang Provincial Oils & Fats Co., Ltd., auf der internationalen Konferenz „Chinese Grains & Oils Congress 2026“, wie agronews.ua schreibt.
Ab Mitte 2024 führten die Erwartungen einer geringeren Sonnenblumenernte in der Ukraine und Russland aufgrund von Dürre zu einem Anstieg der Weltmarktpreise für Sonnenblumenöl. Gleichzeitig blieben die Inlandspreise in China stabil, was Importeure dazu veranlasste, günstigeres Soja- und Palmöl zu bevorzugen und Sonnenblumenöl in den Hintergrund zu drängen.
Importierte China 2023 noch 1,5 Millionen Tonnen Sonnenblumenöl, sank diese Zahl 2024 auf 1,09 Millionen Tonnen und 2025 auf nur noch 500.000 Tonnen. Dies war ein schwerer Schlag für ukrainische Exporteure.
Der Anteil ukrainischen Öls an den chinesischen Importen sank von 53 % im Jahr 2022 auf 10–15 % im Jahr 2025. Hauptgründe hierfür waren die komplizierte Logistik und die Neuausrichtung der Exporte auf den europäischen Markt. Im Gegensatz dazu stieg der Anteil kasachischen Öls von 10 % im Jahr 2024 auf 28 % im Jahr 2025. Gründe hierfür waren die bessere Verfügbarkeit, logistische Vorteile und ein günstigeres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Kasachstan steigert kontinuierlich die Produktion und Verarbeitung von Sonnenblumenöl, wodurch das Land seine Ölexporte erhöhen kann. Die Preise für kasachische Produkte liegen an der Grenze zwischen Kasachstan und China bei 1.200–1.250 US-Dollar/Tonne und bei 1.250–1.270 US-Dollar/Tonne CIF inklusive Lieferung in die Häfen. Zum Vergleich: Die Preise für ukrainisches Öl erreichen 1.280–1.300 US-Dollar/Tonne FOB in Schwarzmeerhäfen.
Russland erhöht auch die Öllieferungen nach Indien und bleibt ein wichtiger Lieferant für China, obwohl sein Anteil an den chinesischen Importen von 65 % im Jahr 2024 auf 50–55 % im Jahr 2025 gesunken ist. Expertenprognosen zufolge wird China im Jahr 2026 die Importe von Sonnenblumenöl erhöhen, um die Lagerbestände wieder aufzufüllen, die Anfang März auf ein historisches Tief von 70.000 Tonnen gesunken waren.
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