Der Anteil importierter Käsesorten auf dem ukrainischen Markt wächst weiterhin rasant und setzt die heimischen Produzenten unter erheblichen Druck. Laut Prognosen stieg er bis 2025 von 38 % auf 45 %. Bei Fortsetzung der aktuellen Entwicklung könnten ukrainische Unternehmen bis zum Frühjahr 2026 den Großteil ihrer Marktanteile verlieren.
Dies erklärte Arsen Didur, Geschäftsführer des Verbandes der Molkereiunternehmen der Ukraine. Sollte sich die gegenwärtige Dynamik fortsetzen, könnte der Anteil ukrainischer Käsesorten im März/April 2026 unter 50 % fallen, was die Dominanz importierter Produkte zur Folge hätte.
Der Verband betont, dass diese Entwicklung nicht nur die Branche, sondern auch die Ernährungssicherheit des Landes gefährdet. Arsen Didur hob hervor, dass die Situation ein sofortiges Eingreifen des Staates erfordere, da die heimischen Produzenten ohne Unterstützung ungleichen Wettbewerbsbedingungen ausgesetzt seien.
Laut seinen Angaben erscheint die Durchführung von Antisubventionsuntersuchungen gegen Produzenten aus der Europäischen Union, vorwiegend aus Polen, aus politischen Gründen derzeit wenig erfolgversprechend. In diesem Zusammenhang fordert der Verband der Milchwirtschaftsbetriebe (SMPU) die Regierung auf, die staatliche Unterstützung für ukrainische Milchunternehmen zu stärken.
Die Importstatistik bestätigt die Ernsthaftigkeit des Problems. Im Jahr 2025 stieg das Importvolumen von Labkäse in die Ukraine um 13 % auf 32.900 Tonnen. Davon entfielen 15.800 Tonnen auf Hartkäse, was einem Anstieg von 14 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Als mögliches Instrument zur Unterstützung der Branche prüft die Regierung derzeit die Initiative des Verbandes der Milchwirtschaftsbetriebe der Ukraine zur Anpassung des nationalen Cashback-Programms. Vorgeschlagen wird eine Erhöhung der Prämie für in der Ukraine hergestellten Käse von derzeit 10 % auf 20 %.
Gleichzeitig hält der SMPU es für ratsam, die Vorgehensweise gegenüber anderen Milchproduktkategorien zu überdenken. Insbesondere wird vorgeschlagen, die Entschädigung für Güter, die keinem so starken Wettbewerb durch Importe unterliegen, zu reduzieren oder ganz abzuschaffen, um die staatlichen Ressourcen auf das am stärksten gefährdete Marktsegment zu konzentrieren.
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