Im zweiten Halbjahr des Wirtschaftsjahres 2025/26 (Juli bis Dezember) stiegen die Exporte von Rapsschrot aus der Ukraine im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 70 % auf 340.000 Tonnen. Dies war das zweithöchste Exportvolumen in der Geschichte des ersten Halbjahres nach dem Rekordwert von 374.000 Tonnen im Wirtschaftsjahr 2023/24.
Laut Analysten wurde das Exportwachstum durch die deutlich gestiegene Rapsverarbeitung auf fast 800.000 Tonnen im ersten Halbjahr begünstigt. Hauptgründe hierfür waren die Einführung eines 10-prozentigen Ausfuhrzolls auf Raps und höhere Verarbeitungsmargen, wodurch die Schrotproduktion für ukrainische Unternehmen rentabler wurde.
Gleichzeitig bleibt der Inlandsverbrauch von Rapsschrot gering, was den Absatz erschwert. Um Lagerbestände zu vermeiden, gewähren Verarbeiter häufig Preisnachlässe. Darüber hinaus sind die Exporte in die EU in der laufenden Saison aufgrund der hohen heimischen Rapsernte in den EU-Ländern und der starken Importe von billigem kanadischem Raps zurückgegangen.
Insbesondere sank das Exportvolumen von Rapsschrot in die EU im ersten Halbjahr des Wirtschaftsjahres 2025/26 von 171.000 Tonnen auf 71.000 Tonnen, während Kanada seine Lieferungen auf 436.000 Tonnen steigerte. Dies zwang ukrainische Exporteure, nach alternativen Absatzmärkten zu suchen.
China ist neuer Hauptabnehmer von ukrainischem Rapsschrot geworden und verzeichnet aufgrund der Ablehnung kanadischen Schrots einen Produktmangel. Ukrainische Unternehmen lieferten die Rekordmenge von 155.000 Tonnen nach China, wodurch das Land zum wichtigsten Abnehmer aufstieg.
Derzeit wird der chinesische Markt noch aktiv mit russischem und indischem Schrot sowie Produkten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten beliefert. Die Position der Ukraine auf diesem Markt ist jedoch bereits beachtlich. Gleichzeitig könnten eine mögliche Verbesserung der Handelsbeziehungen zwischen China und Kanada sowie eine Senkung der Zölle den Markt für ukrainisches Schrot in naher Zukunft weniger attraktiv machen.
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