Amerikanische Landwirte, die in diesem Jahr erhebliche finanzielle Verluste erlitten haben, äußerten sich verhalten optimistisch zu Präsident Donald Trumps 12-Milliarden-Dollar-Hilfspaket. Gleichzeitig merkten sie an, dass diese Mittel nicht ausreichen, um die niedrigen Erzeugerpreise und die durch Trumps Handelskrieg entgangenen Exportmöglichkeiten vollständig auszugleichen, berichtet Reuters.
Laut fünf Landwirten, mehreren Agrarverbänden, vier Agrarökonomen und drei Bankern wird das Hilfspaket zwar die Vorbereitungen für die nächste Pflanzsaison erleichtern. Die meisten von ihnen glauben jedoch, dass es sich nur um eine Teilkompensation handelt und die Probleme der Landwirtschaft langfristig nicht löst.
„Diese Unterstützung ist ein Rettungsanker für diejenigen, die gerade erst versuchen, bis zum nächsten Jahr zu überleben. Aber sie ist keine langfristige Lösung“, sagte Mike Strantz, Vizepräsident für Interessenvertretung der National Farmers Union.
Die Hauptursachen für die Verluste der Landwirte sind weiterhin niedrige Erzeugerpreise, steigende Lohnkosten und die Kosten für Betriebsmittel wie Dünger und Saatgut. Die von Trump initiierten Handelsstreitigkeiten haben zu geringeren Exporten von Agrarprodukten wie Sojabohnen geführt und den finanziellen Druck auf die Landwirtschaft weiter erhöht.
Laut Sean Arita, stellvertretender Direktor des Agricultural Risk Policy Center an der North Dakota State University, werden die Verluste der Landwirte im Jahr 2025 auf 35 bis 44 Milliarden US-Dollar für neun wichtige Nutzpflanzen, darunter Mais, Sojabohnen, Weizen und Erdnüsse, geschätzt.
Vertreter der Trump-Regierung betonen, dass das Hilfspaket befristet sei und dazu diene, günstige Änderungen an den im Steuer- und Haushaltsgesetz vorgesehenen Agrarförderprogrammen umzusetzen. Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins erklärte, das oberste Ziel sei die Schaffung starker Märkte, damit Landwirte effizient wirtschaften und nicht auf staatliche Subventionen angewiesen sein könnten.
Eine Umfrage der American Bankers Association und von Farmer Mac unter Agrarkreditgebern im November ergab, dass weniger als die Hälfte der Landwirte im Jahr 2026 mit Gewinn rechnen. Liquiditätsengpässe, niedrige Einnahmen und der Inflationsdruck auf die Kosten bleiben die größten Herausforderungen. Dies deutet darauf hin, dass die amerikanische Landwirtschaft trotz erheblicher staatlicher Unterstützung weiterhin anfällig ist.
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