Im Jahr 2024 und im ersten Halbjahr 2025 stellte der Staat 5,2 Milliarden UAH für die Unterstützung des Agrarsektors bereit. Diese Mittel sollten die Produktionskontinuität unter den Bedingungen des Krieges sichern und den Landwirten helfen, ihren dringenden Bedarf zu decken. Die Prüfung der Rechnungskammer ergab jedoch, dass der Zugang zu den Förderprogrammen begrenzt und ungleichmäßig war. Dies berichtete die Leiterin der Rechnungskammer, Olga Pishchanska.
Den Ergebnissen der Prüfung zufolge konnte nur ein Drittel der potenziellen Empfänger tatsächlich Anträge über das Staatliche Agrarregister (DAR) einreichen. Ein Grund dafür waren technische Probleme der Plattform, die die Nutzung des Systems für die Landwirte erschwerten. Ein weiteres wesentliches Hindernis waren die fehlenden Haushaltsmittel – der tatsächliche Finanzierungsbedarf der landwirtschaftlichen Erzeuger überstieg die Kapazitäten der Programme deutlich.
Pishchanska betonte, dass es bei fehlenden Mitteln entscheidend sei, dass die Antragsteller die festgelegten Kriterien eindeutig erfüllen. Genau in diesem Punkt stellte die Prüfung jedoch die meisten Verstöße fest. Insbesondere aufgrund fehlender automatisierter Mechanismen zur Überprüfung von Anträgen konnten verbundene Unternehmen, große Konzerne, ausländische Begünstigte und sogar Unternehmen mit Steuerschulden Fördermittel beantragen und erhalten.
Ein weiteres Ergebnis der Prüfung war die Intransparenz bei der Mittelvergabe. Nur etwa 29 % der Informationen über die tatsächlichen Fördermittelempfänger wurden veröffentlicht. Gleichzeitig erhielten 49 Empfänger aus 31 Konzernen mehr als 250 Millionen UAH – das entspricht 16 % der Ausgaben eines der Programme und deutet auf eine erhebliche Konzentration der Fördermittel in großen Strukturen hin.
Auf Grundlage der Prüfungsergebnisse unterbreitete die Rechnungskammer der Regierung und dem Wirtschaftsministerium eine Reihe von Empfehlungen. Diese umfassen unter anderem die Vereinheitlichung der Auswahlkriterien, die Festlegung von Grenzen für den Empfängerkreis, die Stärkung der Mechanismen zur Überprüfung verbundener Personen im Rechnungshof, die Einführung klarer Regeln für die Veröffentlichung von Förderinformationen und die Verbesserung der Anforderungen an die Integrität der Antragsteller.
Pishchanska betonte, dass die Lösung der festgestellten Probleme keine signifikanten finanziellen Investitionen erfordere, sondern eine effektive Koordinierung und die zeitnahe Aktualisierung der Verfahren. Laut ihrer Aussage hängt die Stabilität eines der Schlüsselsektoren der ukrainischen Wirtschaft – der landwirtschaftlichen Produktion – davon ab, wie gut das staatliche Unterstützungssystem etabliert ist.
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